Reittherapie Ausbildung Schweiz
- Jasmin Bosshard
- 1. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Hast du selbst schon einmal erlebt, wie magisch die Begegnung zwischen Mensch und Pferd sein kann? Diese feinfühligen Tiere spiegeln unsere Emotionen wertfrei und begegnen uns ohne Vorurteile. Kein Wunder, dass die Arbeit mit Pferden im therapeutischen und pädagogischen Kontext tief berührt – und in vielen den Wunsch weckt, diese Faszination zum Beruf zu machen.
Doch wie gelingt eigentlich der Einstieg in die pferdegestützte Arbeit in der Schweiz? Wer sich in diesem Bereich weiterbilden möchte, findet heute verschiedene Wege, die sich flexibel an die eigene Lebenssituation anpassen lassen. Hier kommt dein kompakter Überblick!

Ausbildungswege in der Schweiz
In der Schweiz haben sich im Wesentlichen zwei renommierte Strukturen für die Weiterbildung etabliert. Welcher Weg der richtige für dich ist, hängt stark von deinen persönlichen Zielen und deiner beruflichen Ausgangslage ab:
DAS (Diploma of Advanced Studies) in Pferdegestützter Therapie an der Hochschule für Gesundheit Freiburg.
Weiterbildung zur zertifizierten Fachkraft pferdegestützter Intervention bei Equimotion Schweiz.
Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?
Die Arbeit mit Menschen in fragilen Lebenssituationen und dem Lebewesen Pferd bringt eine hohe Verantwortung mit sich. Deshalb sind die Aufnahmebedingungen an den meisten Instituten klar geregelt. Typische Grundvoraussetzungen sind:
Berufliche Basis: Eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Studium im sozialen, pädagogischen, psychologischen oder gesundheitlichen Bereich sowie entsprechende Berufserfahrung.
Pferde-Know-how: Fundierte, langjährige Erfahrung im Umgang mit Pferden und eine sichere Pferdekunde (oft wird ein Reitabzeichen oder ein fundierter Nachweis verlangt).
Lebenserfahrung: Ein bestimmtes Mindestalter (in der Regel ab 20 bis 22 Jahren).
Soft Skills: Ausgeprägte persönliche Kompetenzen wie Empathie, Reflexionsfähigkeit und psychische Belastbarkeit.
Aufbau, Kosten und Zeitaufwand
Unabhängig vom Anbieter verknüpfen qualifizierte Ausbildungen immer theoretisches Fachwissen (aus Psychologie, Pädagogik und Ethologie) mit intensiver Praxis am Pferd, Selbsterfahrung und begleiteten Praktika.
Auch finanziell und zeitlich sollte die Weiterbildung gut geplant sein:
Kosten: Die Investition für eine umfassende, qualifizierte Ausbildung in der Schweiz bewegt sich – je nach Anbieter, Dauer und Abschlussform in einer Spanne von ca. CHF 5’000.– bis CHF 16’000.–.
Nebenkosten: Vergiss nicht, Budget für Fachliteratur, Reisezeiten, Unterkunft bei Präsenztagen und eventuelle Praktika einzurechnen.

Worauf du unbedingt achten solltest (Die Insider-Checkliste)
Bevor du dich ins Abenteuer stürzt, gibt es ein paar kritische Punkte, die du unbedingt auf dem Schirm haben solltest:
1. Anerkennung des Abschlusses & Krankenkassen
Der Begriff „Reittherapeut“ ist in der Schweiz rechtlich nicht geschützt. Achte deshalb unbedingt darauf, ob der Abschluss vom Berufsverband für pferdegestützte Intervention (PI) anerkannt ist. Wichtig für deine Klienten: Falls du später über die Krankenkassen-Zusatzversicherungen abrechnen möchtest, solltest du im Vorfeld genau prüfen, ob die Weiterbildung die dafür zwingend nötigen medizinischen und therapeutischen Inhalte aufweist. Nicht jeder Lehrgang erfüllt automatisch die strengen Kriterien der Registrierungsstellen (wie z.B. EMR oder ASCA).
2. Das Pferd als Co-Therapeut und Partner Wenn du dein eigenes Pferd in die Arbeit einbeziehen möchtest, wartet eine wunderschöne, aber auch intensive gemeinsame Reise auf euch. Ein gutes Therapie- oder Coachpferd wird nicht einfach „eingesetzt“ – es ist dein echter Teampartner.
Achte bei der Wahl deines Lehrgangs unbedingt darauf, dass die Ausbildung und Vorbereitung des Pferdes ein fester Inhalt der Weiterbildung ist. Da diese Arbeit für das Tier mental fordernd sein kann, lernst du nur so, wie du eine absolut artgerechte Haltung, genügend freie Ausgleichszeit und das Wohlbefinden deines Pferdes im Berufsalltag garantierst.
3. Berufshaftpflicht und Rechtssicherheit Sobald du mit Klienten und Pferden arbeitest, stehst du mit einem Bein im Haftungsrisiko. Kläre vorab, welche Versicherungen du benötigst und ob deine bestehende Berufshaftpflicht pferdegestützte Interventionen abdeckt.
Welcher Weg passt zu mir?
Der Beruf der pferdegestützten Fachkraft verbindet Beziehung, Verantwortung und persönliche Entwicklung. Da sich die Angebote in ihrer Struktur, Tiefe und auch in ihrer jeweiligen Philosophie unterscheiden, lohnt es sich, die Rahmenbedingungen genau zu prüfen und mit den eigenen Plänen abzugleichen. Für detaillierte Informationen zu Inhalten, Voraussetzungen und aktuellen Daten lohnt sich ein Blick direkt auf die Webseiten der jeweiligen Ausbildungsanbieter.


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